Ich fuhle fruchtend fremde Macht Sich starkend mir mich selbst verleihn, Den Keim empfind ich reifend Und Ahnung lichtvoll weben Im Innern an der Selbstheit Macht.
So fuhl ich erst mein Sein, Das fern vom Welten-Dasein In sich sich selbst erloschen Und bauend nur auf eignem GrundeIn sich sich selbst ertoten muste.
Geheimnisvoll das Neu-Empfang'ne Mit der Erinn'rung zu umschliesen, Sei meines Strebens weitrer Sinn: Er soll erstarkend Eigenkrafte In meinem Innern wecken Und werdend mich mir selber geben.
Kann ich die Seele weiten, Das sie sich selbst verbindet Empfangnem Welten-Keimesworte ? Ich ahne, das ich Kraft mus finden, Die Seele wurdig zu gestalten, Zum Geisteskleide sich zu bilden.
Es spricht das Weltenwort, Das ich durch Sinnestore In Seelengrunde durfte fuhren: Erfulle deine Geistestiefen Mit meinen Weltenweiten, Zu finden einstens mich in dir.
Ich fuhle wie verzaubert Im Weltenschein des Geistes Weben. Es hat in Sinnesdumpfheit Gehullt mein Eigenwesen, Zu schenken mir die Kraft, Die, ohnmachtig sich selbst zu geben, Mein Ich in seinen Schranken ist.
An Sinnesoffenbarung hingegeben Verlor ich Eigenwesens Trieb, Gedankentraum, er schien Betaubend mir das Selbst zu rauben, Doch weckend nahet schon Im Sinnenschein mir Weltendenken.
Und bin ich in den Sinneshohen, So flammt in meinen Seelentiefen Aus Geistes Feuerwelten Der Gotter Wahrheitswort: In Geistesgrunden suche ahnend Dich geistverwandt zu finden.
Der Welten Schönheitsglanz, Er zwinget mich aus Seelentiefen Des Eigenlebens Götterkräfte Zum Weltenfluge zu entbinden; Mich selber zu verlassen, Vertrauend nur mich suchend In Weltenlicht und Weltenwärme.
Es ist in dieser Sonnenstunde An dir, die weise Kunde zu erkennen: An Weltenschönheit hingegeben, In dir dich fühlend zu durchleben: Verlieren kann das Menschen-Ich Und finden sich im Welten-Ich.
Zu sommerlichen Höhen Erhebt der Sonne leuchtend Wesen sich; Es nimmt mein menschlich Fühlen In seine Raumesweiten mit. Erahnend regt im Innern sich Empfindung, dumpf mir kündend, Erkennen wirst du einst: Dich fühlte jetzt ein Gotteswesen.
Vergessend meine Willenseigenheit, Erfüllet Weltenwärme sommerkündend Mir Geist und Seelenwesen; Im Licht mich zu verlieren Gebietet mir das Geistesschauen, Und kraftvoll kündet Ahnung mir: Verliere dich, um dich zu finden.
Es wächst der Sinne Macht Im Bunde mit der Götter Schaffen, Sie drückt des Denkens Kraft Zur Traumes Dumpfheit mir herab. Wenn göttlich Wesen Sich meiner Seele einen will, Muß menschlich Denken Im Traumessein sich still bescheiden.
Mein Selbst, es drohet zu entfliehen, Vom Weltenlichte mächtig angezogen. Nun trete du mein Ahnen In deine Rechte kräftig ein, Ersetze mir des Denkens Macht, Das in der Sinne Schein Sich selbst verlieren will.
Es ist erstanden aus der Eigenheit Mein Selbst und findet sich Als Weltenoffenbarung In Zeit- und Raumeskräften; Die Welt, sie zeigt mir überall Als göttlich Urbild Des eignen Abbilds Wahrheit.
Im Lichte, das aus Geistestiefen Im Räume fruchtbar webend Der Götter Schaffen offenbart: In ihm erscheint der Seele Wesen Geweitet zu dem Weltensein Und auferstanden Aus enger Selbstheit Innenmacht.